Kann man sich in einen Film verlieben?

Mit jedem weiteren Film, der in die Kinos kommt oder auf DVD erscheint, erhöht sich die Zahl der Neulinge. Dieses Unterforum bietet die Möglichkeit, sich mit anderen angehenden Fans zu unterhalten.

Beitragvon Yo-Ghurt » 06.08.2004, 18:31

Ein schönes Buch für "Frischverliebte" ist meiner Meinung nach auch Goethes "Wilhelm Meisters Lehrjahre".

Zugegeben, klingt erstmal reichlich verstaubt. Aber die erste Begegnung Wilhelms mit Mignon, einem jungen Mädchen aus einer Akrobatentruppe, erinnert doch stark an Willyboys Erfahrung mit Marty - oder auch an Reaktionen vieler Natfans nach dem "ersten Kontakt."

Schon interessant, welche Verbreitung das Phänomen männlicher Faszination an der "Kindfrau" auch historisch hat. Natalie selbst, wer hätte auch schon etwas anderes erwartet, ist sich dieses Aspektes ihrer eigenen Wirkung sehr bewusst, wie das aktuell auf np.de zu lesende Interview zeigt.
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Beitragvon Age » 06.08.2004, 21:01

Goethe war seiner Zeit halt einfach voraus :wink:
Wäre auch schlimm wann Natalie sich dieser "Stärke" nicht bewusst wäre. Sie lebt doch eigentlich davon, wie sie sich verkauft!
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Beitragvon F@ke » 06.08.2004, 22:01

Was Filme angeht, wo man wissen möchte, wie es weitergeht...
ich hab gerade Interview mit einem Vampir gesehen, und möchte nun auch wissen wie die Geschichte weitergehen würde. :smile:
Kenn sowas auch von anderen Filmen, oder auch aus Büchern, ist irgendwie fies :wink:
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Beitragvon tha Godfather » 07.08.2004, 0:19

Ein offenes Ende bei Büchern oder Filmen will doch gerade provozieren das man sich Gedanken über das eben gesehene/gelesene macht. Auf diese Weise hinterlässt das Material einen tieferen Eindruck und die Fantasie der Leute bzw. End-Verbraucher wird angeregt. Vermutlich will der jeweilige Regieseur oder Schriftsteller das sich jeder ein eigenes Ende vorstellt genau so wie diese sich auch ihr eigenes Ende vorstellen. Liegt doch auf der Hand! Mir jedenfalls gefällt sowas.
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Beitragvon GenE » 07.08.2004, 10:21

...
oder es fiel ihn kein gescheites Ende ein! :smile:
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Beitragvon Age » 07.08.2004, 13:57

Was ich weniger glaube, aber man kann sich ja nicht festlegen, da man es nicht weiß! In Filmen wird das Ende auch ab und zu weg gelassen, da es nicht verfimbar ist, zu komplex und sowas
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Beitragvon GenE » 07.08.2004, 15:57

naja is ja auch egal...
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Beitragvon Yo-Ghurt » 09.08.2004, 11:01

Dem Film "Beautiful Girls" kommt es, glaube ich, mehr auf die Geschichte Willis und weniger auf die Martys an. Und in dieser Hinsicht ist das Ende ja eigentlich gar nicht offen, es kommt zu einer Entscheidung.

Die Ankunft seiner Freundin und das klärende Gespräch mit Uma Thurman in der Eishütte (wie hieß noch gleich die Figur?) führt den Verwirrten zurück in sein gewohntes Leben.

Und Marty? Am Ende wirkt sie beim Abschied doch ganz relaxed. Aus der wird mal 'ne tolle Frau.
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Beitragvon Robert » 09.08.2004, 14:30

So habe ich es auch immer gesehen. Denn obwohl viele Schauspieler im Vorspann vor Timothy Hutton, pardon!, Willie genannt werden, sah ich in ihm immer die entscheidende Figur. Die Geschichte beginnt und endet ja auch mit seiner An- und Abreise. Ted Demmes Absicht könnte gewesen sein, keinen herausragenden, sondern viele gleichwertige Hauptdarsteller zu besetzen. Allerdings ist es doch Willie, um den sich die Handlung aufbaut.

Es ist trotzdem geschickt gemacht, wie alle Kerle - bis auf einen, auf den sie halb neidisch, halb verachtend blicken - nicht von ihrer vermeintlichen Jugend lassen können und vor festen Bindungen scheuen. Willie hat es dabei mit Marty am übelsten getroffen. Seinen Wunsch nach Freiheit können wir wohl alle nachvollziehen, dafür braucht man keine 29 zu sein. Der Wendepunkt der Geschichte ist tatsächlich der, in dem Andera (Thurman), die betörende Sirene, sich als bindungsfeste Frau auszeichnet. Damit kommt auch Willie zum Nachdenken, das hat mit Marty in dem Moment nichts zu tun. Entscheidend ist vielleicht, dass alle Willies Freundin Tracy als eine "tolle Frau" mit "Spitzenvorbau" erkennen, die "exquisit" kochen kann. Für den skeptischen Willie ist sie eine "solide Siebenkommafünf", was ja auch ganz gut ist.

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr verliebe ich mich wieder in den Film. Trotzdem konnte ich mich in all den Jahren nie zu einer Entscheidung durchringen, ob ich nun "Léon" oder "Beautiful Girls" besser finde. Ein neues gemeinsames Engagement von Natalie und Timothy Hutton fände ich aber erstrebenswerter als eines mit Jean Reno.

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Beitragvon Jon McNichol » 16.09.2004, 11:07

GenE hat geschrieben:Er will wissen, wie es in einen Film weiter geht, wenn die Film-Leinwand runterklappte, gut.

Am Ende mancher Filme tauchen doch diese tollen Zeilen, wie: "Frank lebte noch weitere 30 Jahre bei seiner Mami." oder "Sybil wurde Skilehrerin in Zaire.", solcher Kram halt. Sollte man für die Filme mit Nat einführen.

Im Abspann von "Beautiful Girls" könnte dann sowas stehen:
"Willie und Tracy überlebten die Rückfahrt nach Chicago nicht."

"Marty bekam mit 39 Jahren den Nobelpreis in Philosophie."

"Al McPherson gebar 2 Jahre später 6 gesunde Welpen. Sie wurden alle zu Schneerettungshunden ausgebildet."

und natürlich:

"Paul heiratete nach einer Diät ein Model."
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Beitragvon Robert » 16.09.2004, 12:01

Paul ist doch gar nicht dick! Und was ist mit Tommy und Sharon? Und mit Kev?

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Beitragvon Aleph » 16.09.2004, 12:33

Liegt Ihr eigentlich manchmal nachts wach und denkt über solchen Kram nach?

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Beitragvon Robert » 16.09.2004, 13:07

Du sagst das so, als ob es etwas Schlimmes wäre.

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Beitragvon Jon McNichol » 16.09.2004, 13:41

"Kev gewann den 1. Preis in einem Schnauzbartwettbewerb. Außerdem wurde er Skilehrer in Zaire."

"Sharon brannte mit Steve Rosmore durch, was Tommy die Chance gab, weiter mit Darian rumzuknutschen."
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Beitragvon SilentWarrior » 16.09.2004, 17:59

Robert hat geschrieben:Du sagst das so, als ob es etwas Schlimmes wäre.

Du sagst das so, als ob es nichts schlimmes wäre. :grin:

Nein, mal im Ernst: Wen interessiert (vielleicht mal abgesehen von Nats Filmen) die Fortsetzung der Story, es sei denn, der Film beruhe auf wahren Begebenheiten?

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